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12. September 2026

E-Nummern Liste: Welche sind bedenklich, welche harmlos, welche nicht vegan?

E-Nummern haben einen schlechten Ruf, den die meisten von ihnen nicht verdienen. Das „E” steht für Europa: Jeder Zusatzstoff, der in der EU zugelassen ist, bekommt eine Nummer, damit er in allen Sprachen gleich deklariert werden kann. E300 ist Vitamin C. E160a ist das Beta-Carotin aus der Karotte. E406 ist Agar-Agar, das Geliermittel aus Algen, das in asiatischen Desserts seit Jahrhunderten steckt.

„Ohne E-Nummern” auf der Packung sagt deshalb wenig — der Hersteller darf statt E300 einfach „Ascorbinsäure” schreiben. Interessant ist nicht, ob Zusatzstoffe drin sind, sondern welche. Und bei einer Handvoll lohnt der zweite Blick tatsächlich.

So ist das Nummernsystem aufgebaut

Die erste Ziffer verrät die Funktion:

Auf dem Etikett darf wahlweise die Nummer oder der Name stehen; „E330” und „Citronensäure” sind derselbe Stoff.

E-Nummern mit Warnhinweis oder Auflagen

Das ist die Liste, bei der eine Behörde tatsächlich eine Bedingung, eine Grenzwertsenkung oder einen Pflichthinweis verhängt hat.

Die sechs „Southampton-Farbstoffe”. E102 Tartrazin, E104 Chinolingelb, E110 Gelborange S, E122 Azorubin, E124 Cochenillerot A und E129 Allurarot. Seit 2010 muss jedes Lebensmittel damit den Satz tragen: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.” Die meisten Markenhersteller haben umformuliert; zu finden sind sie noch in billigen Süßigkeiten, Limonaden, Saucen und Importware. Tartrazin kann bei empfindlichen Menschen, vor allem bei Acetylsalicylsäure-Unverträglichkeit, Nesselsucht und Asthmabeschwerden auslösen.

E171 Titandioxid. Das Weißpigment in Kaugummi, Zuckerguss und Tablettenüberzügen. Die EFSA konnte 2021 eine erbgutschädigende Wirkung nicht mehr ausschließen; seit 2022 ist E171 in Lebensmitteln in der EU verboten. In der Schweiz, in Großbritannien und den USA bleibt es erlaubt — bei importierten Süßwaren also aufpassen.

E220–E228 Sulfite. Konservierungsstoffe in Wein, Trockenfrüchten, Garnelen und Kartoffelprodukten. Ab 10 mg/kg müssen sie als Allergen gekennzeichnet werden, weil sie bei empfindlichen Menschen Asthmaanfälle auslösen. Mehr dazu auf der Seite zu Sulfiten.

E249–E252 Nitrit und Nitrat. Das Pökelsalz in Schinken, Speck und Salami. Es schützt vor Botulismus, kann aber im Körper und beim scharfen Anbraten Nitrosamine bilden, die mit Darmkrebs in Verbindung gebracht werden. Die EU hat die Höchstmengen 2023 gesenkt.

E951 Aspartam. Laut EFSA und JECFA in üblichen Mengen sicher, aber Produkte müssen „enthält eine Phenylalaninquelle” tragen — für Menschen mit Phenylketonurie. Die Krebsagentur der WHO stufte Aspartam 2023 als „möglicherweise krebserregend” ein, ohne die zulässige Tagesdosis zu ändern.

E407 Carrageen. Verdickungsmittel in Pflanzendrinks und Eis mit umstrittenem Ruf; Behörden halten lebensmitteltaugliches Carrageen für sicher, Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen meiden es vorsichtshalber oft. Die Belege haben wir auf Englisch zusammengefasst: Is carrageenan bad for you?

E621 Glutamat. Für vieles verantwortlich gemacht, für wenig belegt. Die EFSA hat 2017 eine Tagesdosis festgelegt, weil sehr hohe Mengen Kopfschmerzen auslösen können; in üblichen Lebensmittelmengen gilt es als unbedenklich.

E420, E421, E965–E967 Zuckeralkohole (Sorbit, Mannit, Maltit, Xylit, Erythrit). Harmlos, aber abführend: Ab 10 % Anteil muss „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken” auf der Packung stehen.

Nicht vegane E-Nummern und versteckte Allergene

Ein zweiter Grund, die Codes zu lesen: Manche Zusatzstoffe stammen aus Tieren, andere bringen ein Allergen mit.

Die harmlosen — also die meisten

Der Großteil der Liste ist unspektakulär. E300 (Vitamin C), E101 (Vitamin B2), E160a (Beta-Carotin), E162 (Betanin aus Roter Bete), E163 (Anthocyane aus Trauben und Beeren), E330 (Citronensäure), E406 (Agar), E410 und E412 (Johannisbrotkern- und Guarkernmehl), E440 (Pektin aus Äpfeln), E500 (Natron) und die modifizierten Stärken der E14xx-Reihe sind Nährstoffe, Pflanzenextrakte oder Dinge, die ohnehin in jeder Küche stehen. Eine lange Zutatenliste ist kein Warnzeichen — nur ein Zeichen für Verarbeitung.

Nachschlagen, ohne alles auswendig zu lernen

Niemand merkt sich dreihundert Codes. Unser Zusatzstoff-Verzeichnis hat zu jeder gängigen E-Nummer eine Seite — was es ist, wo es eingesetzt wird, was die Behörden festgestellt haben — und lässt sich nach Nummer oder Namen durchsuchen. Und wer ein Produkt mit Allervibe scannt, bekommt die enthaltenen Zusatzstoffe gleich beim Allergen-Check mit Namen aufgelistet: Aus „E122” auf der Gummibärchentüte wird „Azorubin — Farbstoff, trägt den Warnhinweis für Kinder”, ohne dass du etwas nachschlagen musst.